Minick - Projekt Trix 290 tieferlegen
Die Trix 290 liegt bekanntermassen etwas zu hoch, also habe ich das Projekt "Tieferlegen" mal in Angriff genommen.
(2008-10-08)
Als erstes habe ich das Gehäuse abgeschraubt, alle Kabel von der Platine abgelötet und die Lok dann wirklich komplett in Einzelteile zerlegt. Um die Drehgestelle ausbauen zu können, muss ein Halter abgeklipst werden, der verhindert, dass die Drehgestelle nach unten herausfallen (ich habe sanfte Gewalt benötigt, um die Halter abzubekommen).
Die Drehgestelle müssen anschliessend weiter zerlegt werden, die Zahnräder habe ich allerdings im Getriebeblock belassen - dafür muss ich später alles gut von Metallspäne reinigen. Hier sieht man, dass die Getriebeblöcke leichte Höcker auf der Oberseite haben. Auf diesen liegt das Chassis der Lok auf. Die einfachste Möglichkeit zum Tieferlegen besteht nun darin, diese Höcker mit einer Schlüsselfeile komplett abzunehmen. Die Drehgestelle können dann zwar nicht mehr so gut kippeln, nach ersten Tests ist die Beweglichkeit aber auch für normale Steigungen und Ablaufberge ausreichend. Die bis jetzt ausgeführten Arbeitsschritte habe ich hier kurz aufgeführt.
Auf dem linken Foto ein Getriebeblock mit den erwähnten Höckern. Der hintere ist schon etwas angefeilt. Mittig der Vergleich vor und nach dem Abfeilen. Ich habe die Höcker komplett abgenommen, das bringt um die 3mm Höhenverlust. Ganz rechts sieht man das Chassis von unten. Auf den glänzenden Flächen liegen die Drehgestelle auf. Eventuell sollte ich hier 0,5 bis 0,7mm ausfräsen lassen und entsprechend niedrige Höcker auf die bearbeiteten Drehgstelle kleben, um die Beweglichkeit wieder voll herzustellen. Dieser Gedanke kam mir aber leider erst, nachdem ich schon die Drehgestelle abgefeilt hatte ;-* Probleme macht hierbei dann aber die Ausrundung, die Stege dürfen ja nicht mit weggefräst werden, da die Drehgestelle von diesen geführt werden. Also alles etwas kompliziert, hätten die Konstrukteure das nicht gleich richtig machen können? Aber darum gehts ja nicht, das Problem ist da und muss gelöst werden...
Um die Zahnräder vor Beschädigung beim Abfeilen zu schützen, habe ich eine Pertinaxplatte in einen praktischerweise vorhandenen Schlitz gelegt, die Breite passt genau. Gut zu erkennen ist hier auch die anfallende Menge Metallspäne. Unter dem Wasserhahn mit Seife und einer alten Zahnbürste habe ich aber alles fett- und Metallfrei bekommen.
Das Foto links zeigt die tiefergelegte Lok (bzw. das Chassis), die Pufferhöhe stimmt fast mit der der Lehre überein. Allerdings stimmt trotzdem noch etwas nicht (siehe Foto rechts), nach Vergleichen mit Vorbildfotos sollte die Oberkante der Drehgestelle in Höhe der Puffermitte liegen. Dem ist noch nicht so, um die noch fehlenden Zehntelmillimeter herauszuholen, müsste ich am Chassis etwas abfräsen lassen. Am Drehgestell habe ich den Halter wieder aufgeklipst, die reduzierte Höhe lässt sich gut am Abstand des Halters zur Chassisoberkante erkennen (zum besseren Erkennen hier mit einem Stückchen Papier weiß hinterlegt).
Diese Räder müssen unbedingt ausgetauscht werden, bei diesen Spurkräzen vergeht einem ja alles. Schön profiliert, mit zwei angedeuteten Löchern, aber superbreit und Märklin-mässige Spurkränze. Aufwendige Lösung der Lagerung überigens, mit Buchsen auf den Achsen (Wellen) in Lagerschalen...
Was noch dringend zu tun bleibt, ist, die gelben LED gegen weisse auszutauschen. Ein weiteres Mysterium, warum der Hersteller hier nicht gleich warmweisse Beleuchtung spendiert hat. Momentan habe ich noch keine Idee, wie ich die Beleuchungskörper zerstörungsfrei aufbekomme. Und ob ich LED der Grösse 0402 löten kann. Dann noch die UIC-Nummer ändern, die Pufferbohle schön gestalten und ich habe eine schöne Lok mit werksmässig guten Fahreigenschaften.
(2008-11-17)
Ich habe etwas Zeit zum weiterbasteln gehabt und mich nochmal um die Lok gekümmert. Zum Einen lag die Lok jetzt zwar irgendwie richtig in der Höhe, aber dafür wie ein Brett auf Schienen. Was in diesem Fall kein Qualitätsmerkmal ist. Also mussten wieder kleine Höcker ran. Sonst habe ich ein Modell, an dem ich zwar viel Zeit und Aufwand getrieben habe, um die Höhe anzupassen, welches aber eine 1a-Gleislage verlangt (und nicht Ablaufbergtauglich ist).
Ich habe neue Höcker aus Kupferdraht angeklebt, was die Lok wieder etwa um 0,8mm erhöht. Dafür ist die Beweglichkeit der Drehgestelle wieder hergestellt.
Und um meine Behauptung zu untermauern, dass das Modell zu hoch liegt, habe ich hier mal einen Ausschnitt aus einer Zeichnung der V90 eingefügt (danke, TimoG).
Laut Zeichnung muss die Mittelachse der Puffer in einer Ebene mit der Oberkante der Drehgestelle liegen. Im linken Bild die Lok wieder hergestellter Beweglichkeit (eingezeichnet die beiden besagten Ebenen, die nur eine sein sollten). Rechts ein Zeichnungsauschnitt aus dem eisenbahn kurier 12/79. Mache sich jeder selbst ein Bild. Weitere Vergleichsmöglichkeit ist der Abstand der Unterkante des Rahmen mit der Oberkante der Federpakete. Ich finde, die Lok liegt immernoch zu hoch. So. Kein Ende des Dilemmas in Sicht. Dilemma machen Mäh.
p.s. Ich habe gehört, bei Märklin oder Trix gibt es jetzt die 290 mit warmweissen LED. Danke, warum nicht gleich so? Jetzt ärgere ich mich allerdings ein bisschen, das ich noch diese gelben LED habe. Gibt es die neuen Rangierbühnen vielleicht als Ersatzteil? ...
noch ein p.s. Im Stummiforum wurde angemerkt, dass nach dem Tieferlegen die Telexkupplung zu tief hängen würde und somit an den Pukos schleift. Berechtigter Einwand, aber ich verweise auf meine Kupplung und meine Gleise :)
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